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Pflichtteil in der Schweiz

 

Die gesetzliche Erbfolge kann man in einem Testament oder Erbvertrag abändern. Völlig freie Hand lässt einem das Gesetz dabei aber nicht. Das Schweizer Erbrecht schreibt vor, dass bestimmte Personen einen Mindestanteil am Erbe erhalten, den sogenannten Pflichtteil. Zu den pflichtteilsgeschützen Erben gehören der Ehepartner (bei gleichgeschlechtlichen Paaren der eingetragene Partner) und die Nachkommen (inkl. Adoptivkinder). Wenn keine Nachkommen da sind, haben auch die Eltern Anspruch auf einen Pflichtteil.

 

Zwei wichtige Punkte gilt es hierzu anzumerken:

1. Wenn die Kinder des Verstorbenen nicht mehr am Leben sind, gehen ihre Pflichtteile auf ihre Nachkommen über. Es sind also die Nachkommen aller Grade (Kinder, Enkel, Urenkel) pflichtteilsgeschützt. Beispiel: hinterlässt ein Verstorbener Enkel, habe sie Anrecht auf den Pflichtteil, der für ihren verstorbenen Eltern vorgehsehen ist.

2. Die Pflichtteile des Ehepartners und die Pflichtteile der Eltern werden hingegen nicht weitervererbt. Beispiel: hinterlässt ein unverheirateter Verstorbener Geschwister (die Eltern sind verstorben), so sind diese nicht pflichtteilsberechtigt.

 

Zum Entzug des Pflichtteils (Enterbung) ist der Erblasser in folgenden Fällen befugt: Wenn der Erbe gegen den Verstorbenen oder einer nahe stehenden Person eine schwere Straftat begangen hat. Oder der Erbe seine familienrechtlichen Pflichten dem Verstorbenen oder seinen Angehörigen gegenüber verletzt hat. In diesen Fällen hat der Enterbte weder Anspruch auf das Erbe oder des Pflichtteils. Wenn nicht anders verfügt, fällt das Erbe an die gesetzlichen Erben.

 

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