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Begünstigung des Ehepartners

Für die meisten Ehepaare steht folgende Frage in Vordergrund: wie kann ich am besten für meine Ehefrau, meinen Ehemann vorsorgen?

Dabei spielen das Güterrecht und Erbrecht zusammen. Denn die Höhe der Erbmasse hängt wesentlich vom Güterrecht ab.

Die meisten Ehepaare in der Schweiz unterstehen dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung, dies ist der gesetzliche Güterstand, wenn nicht in einem Ehevertrag ein anderer Güterstand vereinbart worden ist. Welches der für das jeweilige Paar der richtige Güterstand ist, ist insbesondere auch davon abhängig, ob der grösste Teil des Vermögens während der Ehe gemeinsam erarbeitet wurde oder ob einer der Partner einen grossen Teil des Vermögens in die Ehe eingebracht hat als Eigengut. Hier gilt es die individuelle Situation zu überprüfen.

 

Möglichkeiten für Ehepaare mit gemeinsamen Kindern

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass die Nachkommen die Hälfte des Nachlasses erhalten. Über das Erb- wie auch das Güterrecht gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Ehepartner stärker zu begünstigen.

 

Begünstigung im Testament: im Testament können die Nachkommen auf den Pflichtteil gesetzt werden und dem überlebenden Ehepartner wird die frei verfügbare Quote zusätzlich zum Pflichtteil zugewiesen. Der überlebende Ehepartner erhält somit 62.5% des Nachlasses (nach abgeschlossener güterrechtlichen Auseinandersetzung).

 

Begünstigung zusätzlich über einen Ehevertrag: Das Gesetz sieht auch die Möglichkeit vor, dass Ehepaare im Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung, die ganze Errungenschaft der überlebenden Seite zuweisen. Dies ist gegenüber gemeinsamen Nachkommen möglich und gilt nicht als Pflichtteilsverletzung. In den Nachlass des Erstverstorbenen fällt somit lediglich das Eigengut. Der Ehevertrag kann auch mit einer sogenannten Demenzklausel ergänzt werden. Die Eheleute vereinbaren zwar die gegenseitige Maximalbegünstigung, halten aber fest, dass diese nicht zum Zuge kommen soll, wenn eine Seite dement wird. In diesem Fall soll wieder die gesetzliche Regelung gelten. Mit der Demenzklausel soll verhindert werden, dass die Nachkommen nur ihren Pflichtteil erhalten, während der grösste Teil des Familienvermögens für die Betreuung und Pflege aufgebraucht wird.

Der Ehevertrag benötigt eine notarielle Beurkundung.

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