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Begünstigung des Ehepartners

Für die meisten Ehepaare steht folgende Frage in Vordergrund: wie kann ich am besten für meine Ehefrau, meinen Ehemann vorsorgen?

Dabei spielen das Güterrecht und Erbrecht zusammen. Denn die Höhe der Erbmasse hängt wesentlich vom Güterrecht ab.

Die meisten Ehepaare in der Schweiz unterstehen dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung, dies ist der gesetzliche Güterstand, wenn nicht in einem Ehevertrag ein anderer Güterstand vereinbart worden ist. Welches der für das jeweilige Paar der richtige Güterstand ist, ist insbesondere auch davon abhängig, ob der grösste Teil des Vermögens während der Ehe gemeinsam erarbeitet wurde oder ob einer der Partner einen grossen Teil des Vermögens in die Ehe eingebracht hat als Eigengut. Hier gilt es die individuelle Situation zu überprüfen.

 

Möglichkeiten für kinderlose Ehepaare

Ihr/e Ehepartner/in ist nicht automatisch Alleinerbe. Selbst wenn die Eltern bereits verstorben sind, kommen Geschwister oder deren Nachkommen als gesetzliche Erben ebenfalls zum Zuge, sofern kein Testament oder Erbvertrag erstellt worden ist.

 

Begünstigung im Testament: In ihrem Testament können Sie Ihre Eltern auf den Pflichtteil setzen, und die frei verfügbare Quote dem/der Ehepartner/in zuwenden. Sind die Eltern bereits verstorben, können Sie den gesamten Nachlass dem hinterbliebenen Ehepartner vermachen.

 

Begünstigung zusätzlich über Ehevertrag: Falls Sie das Pflichtteilsrecht der Eltern minimieren möchten, besteht die Möglichkeit, in einem Ehevertrag dem überlebenden Partner die gesamte Errungenschaft zuzuweisen. Dann fällt lediglich das Eigengut in die Erbmasse. Falls Sie das Pflichtteilsrecht der Eltern ausschalten möchten, können Sie statt der Errungenschaftsbeteiligung die Gütergemeinschaft in einem Ehevertrag vereinbaren. Dann fällt praktisch das ganze eheliche Vermögen ins Gesamtgut und dieses Gesamtgut kann im Ehevertrag ganz dem hinterbliebenen Ehegatten zugewiesen werden.

 

Was geschieht, wenn beide Ehepartner gemeinsam sterben? Sie können im Testament eine Regelung für diesen Fall ergänzen mit ihrem Wunsch zur Verteilung. Eine mögliche Formulierung: „Für den Fall, dass ich gleichzeitig oder nach meinem Ehepartner/meiner Ehepartnerin sterbe, möchte ich dass die gesetzliche Erbfolge Anwendung findet.“

 

Was geschieht nach dem Tod des zweiten Ehepartners? Dann tritt die Regelung ein, die der zweite Ehepartner getroffen hat. Wenn sie gemeinsam verbindlich regeln möchten, was nach dem Tod des zweiten Ehepartners mit dem Vermögen geschehen soll, reicht ein Testament nicht mehr. Dass müssen die beiden Ehepartner einen Erbvertrag abschliessen, wo sie eine auf ihre Situation massgeschneiderte Lösung vereinbaren. Dort können sie z.B. regeln, dass nach dem Tod des zweiten Ehepartners, das Vermögen nicht nur an dessen gesetzlichen Erben geht, sondern auch an die gesetzlichen Erben des Erstverstorbenen. Ein zweites Instrument dafür ist die Vor-/Nacherbschaft. Bei dieser Variante kann der Ehepartner als Vorerbe ohne Sicherstellungspflicht eingesetzt werden, andere Familienmitglieder als Nacherben. Damit kann erreicht werden, dass der Ehepartner den Nachlass erbt und diesen für den standardgemässen Lebensunterhalt bei Bedarf auch angreifen darf, bei dessen Tod die restliche Vorerbschaft dann an die Nacherben übergeht. Hinweis: Mit einer Nacherbschaft darf man nur die freie Quote belegen, Pflichtteile hingegen nicht.

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