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Begünstigung im Konkubinat

Für das Erbrecht existiert die Lebensform des Konkubinats nicht, d.h. die Konkubinatspartner erben gegenseitig nichts, da sie nicht zu den gesetzlichen Erben gehören.

 

Begünstigung im Testament: in einem Testament kann der Erblasser die gesetzlichen Erben (meist sind dies die Eltern) auf den Pflichtteil setzen, und dem Lebenspartner die frei verfügbare Quote zuwenden. Sind die Eltern bereits verstorben, kann der gesamte Nachlass dem Lebenspartner zugewendet werden. Bei der Maximalbegünstigung des Lebenspartners ist zu überlegen, was nach dem Tod des zweiten Partners mit dem Vermögen geschehen soll, ansonsten fällt alles an die gesetzlichen Erben des zweiten Partners. Mit einer zusätzlichen Regelung kann festgehalten werden, wie der Nachlass nach dem Tod des zweiten Partners verteilt wird. Ein Instrument dafür ist die Vor-/Nacherbschaft. Bei dieser Variante kann der Lebenspartner als Vorerbe ohne Sicherstellungspflicht eingesetzt werden, andere Familienmitglieder als Nacherben. Damit kann erreicht werden, dass der Lebenspartner den Nachlass erbt und diesen für den standardgemässen Lebensunterhalt bei Bedarf auch angreifen darf, bei dessen Tod die restliche Vorerbschaft dann an die Nacherben übergeht.

 

Begünstigung über die Pensionskasse: Die Leistungen der 2. Säule fallen nicht in den Nachlass. Im Todesfall gelten die Regelungen der jeweiligen Pensionskasse oder Vorsorgeeinrichtung. Bei vielen Vorsorgeeinrichtungen kann eine Begünstigtenerklärung zugunsten des Konkubinatspartners abgegeben werden. Erkundigen Sie sich bzgl. der entsprechenden Reglemente!

 

Begünstigung über die Säule 3a oder gebundene Selbstvorsorge: Das Gesetz regelt, wer in welcher Reihenfolge über die Säule 3a begünstigt werden kann. Im Rahmen dieser Regelung kann über eine Begünstigtenerklärung auch hier der Konkubinatspartner berücksichtigt werden. Eine solche Erklärung gilt es schriftlich gegenüber der Vorsorgeeinrichtung abzugeben. Anders als bei der 2. Säule gehören diese Gelder zum Nachlassvermögen.

 

Begünstigung über Versicherungen der Säule 3b: Bei diesen Vorsorgeinstrumenten können die Begünstigten frei bestimmt werden, daher sind sie für Konkubinatspaare besondern interessant. Bei reinen Risikoversicherungen (dort gibt es keinen Sparanteil und somit auch keinen Rückkaufswert) fällt im Todesfall die ganze Summe ungeschmälert an den Konkubinatspartner. Begünstigen sie den Konkubinatspartner bei klassischen Lebensversicherungen (Versicherung eines Todesfallkapitals sowie Sparen aufs Alter), so erhält er den grössten Teil der Auszahlungssumme. Der Rückkaufswert der Versicherung fällt in den Nachlass und untersteht der Pflichtteilsberechnung. 

 

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