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Rechtliches zum Thema Organspende in der Schweiz

 

Das Thema Organspende ist ein drängendes gesellschaftliches Problem. Den Angaben von Eurotransplant, der Vermittlungsstelle für Organspenden, zufolge warten europaweit zurzeit über 12.000 Patienten auf ein Spenderorgan, während jährlich nur etwa 4.000 Organe wie Leber, Niere und Herz zur Verfügung stehen. Immer noch sind zu wenige Menschen bereit, zu spenden. Organe werden zwar mittlerweile über Ländergrenzen hinweg vermittelt, sowohl lebende als auch die postmortale Organspenden sind in den einzelnen europäischen Staaten aber unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen unterworfen. Rechtstypologisch kann man zwischen vier Modellen unterscheiden: Widerspruchsregelung, erweiterte Widerspruchslösung, Zustimmungslösung und erweiterte Zustimmungslösung. Der Hauptunterschied zwischen den Modellen liegt in der Frage begründet, ob ein Spender seine Einwilligung zu Lebzeiten explizit erteilen muss, oder ob ein passives Einverständnis (d.h. keine Niederlegung eines Widerspruchs) genügt. Den divergierenden nationalen Bestimmungen gemeinsam ist lediglich, dass für postmortale Organspenden stets die Feststellung des Hirntodes des Spenders zwingende Voraussetzung ist.

 

Organspenden in der Schweiz

In der Schweiz ist erst 2007 ein Transplantationsgesetz in Kraft getreten. Zuvor galten in den einzelnen Kantonen unterschiedliche, z.T. widersprüchliche, rechtliche Grundlagen. Das Transplantationsgesetz führte die erweiterte Zustimmungslösung ein, d.h. in Frage kommende Organspender müssen vor ihrem Tod ihren Willen zur Spende ausdrücklich erklären. Liegt keine Willenserklärung vor, entscheiden die Angehörigen aufgrund des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen. Eine Lebendspende von Organen, Geweben und Zellen ist auf Personen beschränkt, die zum Empfänger in verwandtschaftlicher oder enger emotionaler Bindung stehen. Folglich können volljährige Personen spenden, die mit dem Empfänger verschwistert, verheiratet oder liiert sind. Der Organhandel ist verboten. Über die Vermittlung und Vergabe von Spenderorganen wie Leber, Niere, Herz usw. entscheidet eine nationale Zuteilungsstelle an Hand der Kriterien medizinische Dringlichkeit, medizinischer Nutzen, Wartezeit und die Wahrung der Chancengleichheit.

 

In der Schweiz gibt es sieben Zentren (Basel, Bern, Genf, Lausanne, St. Gallen und zwei in Zürich), in denen Organe transplantiert werden. Gemäss  Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind in der Schweiz in den Jahren 1986 bis 2009

- rund 6000 Nieren (z.T. in Kombination mit anderen Organen) 

- gegen 1500 Lebern 

- rund 870 Herzen 

- rund 500 Lungen (z.T. in Kombination mit anderen Organen)

transplantiert worden.

Im Jahr 2010 wurden in der Schweiz rund 500 Organtransplantationen durchgeführt.

 

Adressen

http://www.swisstransplant.org


Link zur Organ Spendekarte:

https://www.swisstransplant.org/de/organspende-transplantation/spender-werden/ 

 

Gratisnummer für telefonische Spendenkartenbestellungen: 0800 570 234

Die Organe











 
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